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Ausgrabung

Ausgraben geht sehr behutsam vor sich. Schicht für Schicht wird – teilweise mit feinsten Geräten – die Fundstelle freigelegt. Je tiefer man gräbt, desto weiter dringt man in die Vergangenheit vor. Das heißt, Gegenstände, die in den oberen Schichten ausgegraben werden, sind in der Regel jünger als die, die in tieferen Schichten lagen.

Die freigelegten Teile werden genauestens vermessen und dokumentiert. Die Funde verpackt man gesondert und heftet kleine Fundzettel dran. Manchmal werden auch Bodenproben für naturwissenschaftliche Untersuchungen entnommen. Schlecht erhaltene Bereiche werden sogar eingegipst und erst in einer Werkstatt freigelegt, damit nichts kaputt oder verloren gehen kann. Die genaue Dokumentation am Fundort ist deshalb so wichtig, damit man später am Schreibtisch die einzelnen Phasen der Freilegung nachvollziehen kann. Nur so können die Funde wissenschaftlich ausgewertet werden.


Funde werden im
Labor analysiert
    
Verschiedene Laboruntersuchungen helfen, genauere Aufschlüsse über das Gefundene zu bekommen. So kann man unter dem Mikroskop Spurenelemente an Gegenständen analysieren, um zum Beispiel herauszufinden, womit ein Gefäß früher einmal gefüllt war. Mit Hilfe der Dendrochronologie, der Bestimmung des Alters durch die Jahresringe in Hölzern, lässt sich das Alter eines gefundenen Holzstücks bestimmen. Danach wandern die Funde meist in ein Museum oder ein Depot.

Jede Ausgrabung zerstört auch ein Stück weit die ursprüngliche Situation, weil die Geschichtsdokumente, die man findet, ja eben vom originalen Fundort entfernt werden. Daher ist das eigentliche Ziel der Bodendenkmalpflege nicht, wie man denken könnte, etwas auszugraben. Am aller sichersten lagern die Funde im Boden am ursprünglichen Fundort. Eine Ausnahme stellen dabei Notgrabungen dar, die sehr oft nötig werden, wenn etwas neu gebaut wird. Die archäologischen Funde müssen dann fast immer dem neuen Gebäude weichen und können nicht im Boden erhalten bleiben.

Grabfund bei Köln


Grabung mit sichtbaren
Fundschichten



Fundstücke mit Fundzetteln

Bildnachweis © Römisch-Germanisches Museum Köln/Arch. Bodendenkmalpflege (o. r. und m. r.),
Rheinisches Landesmuseum Bonn/A. Peiß (l. und u. r.)